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Fazit zur 3. Nürnberger Sicherheitskonferenz

Im Rahmen der Messe Perimeter Protection fand am 15.01.2020 die 3. Nürnberger Sicherheitskonferenz statt.

 
Da mir die römische Flugsicherung durch einen Streik einen Strich durch die Rechnung machte und mir kurz vor dem Check-in den Flug ersatzlos strich musste ich kurzfristig im Flixbus anreisen.
Trotz interessanter Gesellschaft dort hingen mir die fast 18h Fahrt fast die ganze Woche hart in den Knochen. Aber man soll ja nicht jammern.
Hier mein Fazit über die, meiner Meinung nach, sehr gelungene Veranstatltung.

 

Die 3. Nürnberger Sicherheitskonferenz

Zuerst möchte ich Herrn Jörg Zitzmann von der Akademie für Sicherheit für die super Organisation danken. Die Veranstaltung war voll gepackt mit Vorträgen und der gesamte Tag wie ein Schweizer Uhrwerk durch getaktet.
 
Das Programm begann mit einem Vortrag von Sicherheitsberater Thilo Ohrmund. Unter dem Titel „Gefährliche Post“ präsentierte er die neuesten Erkenntnisse zum Thema Briefbomben. Interessant war vor allem der Aspekt, dass Briefbomben seit neuesten weniger an bekannte Persönlichkeiten oder Führungskräfte adressiert werden, sondern eher an Institutionen wie Unternehmen, Behörden oder Bahnhöfe etc. Das Risiko trifft also nun nicht nur die VIPs sondern jeden Mitarbeiter in bestimmten Bereichen.
 
Im zweiten Vortrag bestätigte Prof. Dr. André Röhl (NBS Northern Business School) durch seine wissenschaftliche Arbeit, was mir schon länger bewusst war. Und zwar dass, die deutsche Sicherheitsbranche im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark wächst und sich sowohl von Quantität als auch Qualität der arbeit mehr und mehr professionalisiert. Allerdings scheinen nahezu alle Unternehmen bei der Personalfindung noch mit den Methoden der 1980er Jahre unterwegs zu sein. Die Digitalisierung wird zusehends verschlafen. Social Media Strategien liegen quasi nicht vor. Die Ansprüche jüngerer Mitarbeiter an Unternehmen werden ignoriert. Diese Erkenntnisse bestätigten mich, dass ich mit der Mitgründung von SICURA Sicherheit den richtigen Weg gegangen bin, da dort solche Aspekte höchste Priorität haben.
 
Der Vortrag von Personal Trainer Andreas Trienbacher interessierte mich persönlich nicht und bot mir auch keinen Mehrwert. Für Personen, die von Gesundheit und Fitness aber gar keine Ahnung hatten, konnte in der kurzen zeit solides Grundlagenwissen vermittelt werden.
 
Auch der Vortrag des Tatortreinigers Marcell Engel traf nicht meinen Geschmack. Statt wie im Podcast über Infektionsschutz oder Arbeitssicherheit zu reden (was bei seinem speziellen Tätigkeitsgebiet sicher interessant gewesen wäre) oder Tipps zu außergewöhnlichen Unternehmensgründungen zu geben erzählte er seine persönliche Lebens- und Leidensgeschichte. Dies traf wohl beim Großteil der anwesenden nicht den Nerv.
 
Zum Abschluss konnten wir Herrn Willfried Joswigs (Verband für Sicherheitstechnik) Ausführungen über das Planen, Umsetzen und Betreiben von Sicherheitsmaßnahmen lauschen. Er betonte wie notwendig es ist, dass ein Sicherheitskonzept von der Erstellung, über die Planung bis hin zum laufenden Betrieb vollständig von allen beteiligten Akteuren durchdacht werden muss um am Ende zu funktionieren. Konzepte die von oben nach unten durch diktiert werden ohne spätere Anwender, Systemlieferanten oder Konstrukteure mit einzubeziehen sind häufig mangelhaft und zum scheitern verurteilt. Der Vortrag an sich war zwar etwas trocken, doch die Essenz des Inhaltes war durchaus spannend und wissenswert.

Abendprogramm und After-Show-Party

Der Tag endete mit einem Abendessen und einer After-Show-Party für alle VIP-Gäste was mein persönlicher Höhepunkt war.
In lockerer Atmosphäre konnte ohne Scheu und Formzwänge kommuniziert werden. Hier konnte ich Wissen an Interessierte weitergeben, die noch am Anfang ihrer Karriere standen und selbst von Hochkarätern der Branche wertvolle Tipps und Tricks lernen.
Ich empfehle jedem Teilnehmer, der Interesse hat sich zu Vernetzen das VIP-Ticket zu kaufen. Der höhere Preis ist ein Witz im Vergleich mit dem tatsächlichen Mehrwert.

Messe Perimeter Protection

Die 3. Nürnberger Sicherheitskonferenz fand im Rahmen der Messe Perimeter Protection statt. Hier konnte man bestaunen, was internationale Anbieter an technologischen Neuigkeiten im Bereich Zäune, Durchbruchschutz und Kameradetektion zu bieten haben.
 
Insbesondere die Erkenntnis, dass eines der führenden Unternehmen für Drohnendetektion und -Abwehr, die Leonardo S.p.A. nur wenige Kilometer von meinem Wohnort in Rom entfernt ist und dort Schulungen für Militär, Behörden und private Sicherheitsunternehmen anbietet bietet Platz für neue Pläne und Ideen.

Fazit

Die 3. Nürnberger Sicherheitskonferenz war mein erstes Netzwerktreffen dieser Art.
Deshalb war meine erste Erwartung hauptsächlich, all die Kollegen endlich in Fleisch und Blut zu treffen, die ich bisher ausschließlich online getroffen habe. Diese Erwartung wurde mehr als erfüllt und auch der Rest der Veranstaltung bekommt meine vollste Empfehlung.
 
Ich freue mich bereits auf das nächste mal und außerdem auf das Meistertreffen im Rahmen der Security Essen im September 2020.